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Unternehmensvermittlung
Marktüberblick
In Deutschland
gibt es über 2,1 Mio. mittelständische
Familienunternehmen mit Jahresumsätzen über 50 T€. Davon werden nach
einer Systematik des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM)
730.000 als übernahmewürdig eingestuft, da sie einen Jahresgewinn > 49,5
T€ erwirtschaften und damit einem Existenzgründer eine Vollbeschäftigung
sichern können.
Nach Recherchen des IfM steht davon zwischen 2010 und 2014 bei jährlich rd. 22.000 Unternehmen die Nachfolge an. Das entspricht etwa
einem normalen Generationswechsel aller 33 Jahre.
Etwa 86 % der Nachfolgen sind Altersnachfolgen, ca. 10 % resultieren
aus Todesfällen und rd. 4 % haben Krankheitsursachen.
Dazu kommen weitere Unternehmensnachfolgen aus nicht vorhersehbaren Gründen,
wie z. B. Wechsel in andere Tätigkeiten.
Unterteilt nach Umsatzgrößenklassen (in
Mio. €) ergibt sich folgender durchschnittlicher jährlicher Bedarf an
Nachfolgelösungen (gerundet):

Quelle: IfM, Bonn
Zu beachten ist, daß bei weitem nicht jedes Unternehmen,
das zur Übergabe ansteht, innerhalb eines Jahres eine Nachfolgelösung findet,
so daß jeweils eine erheblich größere Anzahl an Unternehmen, als die o. g.
jährlich neu dazukommenden, Nachfolgelösungen sucht.
Wie wird die Nachfolge geregelt, wer wird Nachfolger?

47,8 % der Unternehmen werden in der
Nachfolge an Familienfremde verkauft, dabei 37,6 % an
unternehmensexterne Käufer.
Die Anzahl familieninterner Nachfolgelösungen sinkt tendenziell.
Ursachen sind insbesondere:
•
durch seit 1965 sinkende Geburtenzahlen
weniger innerfamiliäre potenzielle Nachfolger vorhanden
•
zunehmende andere berufliche Orientierung der
Kinder
•
durch tendenzielle Verschiebung der
Familiengründung in höheres Alter sind die Kinder zunehmend zu jung
Quelle: IfM, Bonn
Als wesentliche aktuelle Problemstellungen bei der Nachfolge
haben sich erwiesen:
•
Bei 71 % der Eigentümer (und 84 % der
Übernahmeinteressenten) ist mindestens schon eine konkrete
Nachfolgeverhandlung gescheitert.
•
71 % der 55-60-jährigen Unternehmer sehen ihre
Nachfolge aktuell nicht geklärt.
•
Viele Unternehmer verpassen einen günstigen
Zeitpunkt für die Nachfolge:
In wirtschaftlich guten Zeiten führen
sie das Unternehmen gern noch ein paar Jahre weiter – hier hat das
Unternehmen aber seinen höchsten Wert und erzielt den höchsten Preis.
In den dann folgenden wirtschaftlich
schlechten Zeiten, denkt man an den Verkauf – aber dann ist der Wert meist
deutlich gesunken, außerdem wächst der Zeitdruck beim nun älter gewordenen
Unternehmer.
Bei dieser "Verlängerung"
des Unternehmertums gehen oft unternehmerische Dynamik und der Ansporn zu
Innovation und Investition zurück, dadurch verschlechtert sich die Position
des Unternehmens.
•
Hemmnisse einer erfolgreichen
Unternehmensnachfolge bei verkaufenden Unternehmern:
50 % sind nicht rechtzeitig
vorbereitet, beginnen zu spät mit den Vorbereitungen (die meisten
erfolgreichen Unternehmensverkäufe dauern von der internen Vorbereitung bis
zum Überleitungsende fast drei Jahre).
44 % fordern einen überhöhten, nicht
marktgerechten und damit unrealistischen Kaufpreis.
43 % können emotional nicht loslassen.
•
Hemmnisse einer erfolgreichen
Unternehmensnachfolge bei potenziellen Übernehmern:
56 % haben
Finanzierungsschwierigkeiten (= falsche Vorstellungen zu den notwendigen
Eigenmitteln).
39 % finden kein wirklich passendes
Unternehmen.
36 % unterschätzen die Anforderungen.
•
77,4 % der Unternehmer schalten beim
Unternehmensverkauf einen dazu sachkundigen Dritten ein
Quellen: IfM, Bonn, DIHK
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